Spiele für unterwegs mit Kindern: Auto, Zug, Wartezimmer

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Die besten Spiele für unterwegs mit Kindern brauchen nur Stimme, Augen und Ohren: Ich sehe was, was du nicht siehst, Kennzeichen raten, Ich packe meinen Koffer oder eine Geschichte, an der alle weiterspinnen. Dazu kommen regelmäßige Pausen, ein paar leise Spiele für Wartezimmer und Restaurant und Regeln für den Bildschirm, die ihr vor der Abfahrt absprecht.

Spiele für die Autofahrt mit Kindern ohne Material

Ein gutes Spiel für unterwegs erklärt sich in einem Satz, braucht nichts aus dem Kofferraum und lässt sich jederzeit unterbrechen, wenn es an der Baustelle eng wird. Wer fährt, spielt nur mit Worten mit und behält die Augen auf der Straße.

  • Ich sehe was, was du nicht siehst: Einer sucht sich etwas aus und verrät die Farbe. Im Auto am besten nur Dinge im Wagen oder weit vorn, sonst ist das Haus vorbei, bevor jemand rät.
  • Kennzeichen raten: Woher kommt das Auto vor uns? Größere Kinder lernen dabei nebenbei Städte kennen. Oder ihr baut aus den Buchstaben einen Satz: Aus „KL“ wird „Kängurus lachen“.
  • Ich packe meinen Koffer: Jeder wiederholt die ganze Liste und hängt ein Ding an. Auf dem Weg in den Urlaub landen Sonnencreme, Schnorchel und Sandeimer von selbst darin.
  • Geräusche zählen: Alle außer der Person am Steuer schließen kurz die Augen. Wer hört den Blinker, den Regen, ein Motorrad?
  • Geschichten-Kette: Einer beginnt mit „Es war einmal ein Hund, der …“, der Nächste setzt einen Satz dazu. Je verrückter, desto besser.
  • Autos zählen: Jeder wählt eine Farbe. Wer hat nach zehn Minuten die meisten Autos in seiner Farbe gesehen?

Ideen für drinnen zu Hause sammelt der Artikel Kinder beschäftigen ohne Bildschirm.

Im Zug: Spiele mit etwas mehr Platz

Im Zug können alle mitspielen, und am Tisch ist Platz für die Hände. Wem beim Malen oder Lesen nicht übel wird, darf auch zu Stift und Papier greifen.

  • Klatsch-Echo: Beim Klatsch-Echo klatschst du einen kurzen Rhythmus vor, und dein Kind klatscht ihn genau nach. Im Ruhebereich geht das auch mit den Fingerspitzen auf dem Tisch.
  • Wer bin ich? Einer denkt sich ein Tier oder eine Figur aus, die anderen dürfen nur Fragen stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden.
  • Fenster-Bingo: Jeder nennt drei Dinge, die er draußen sehen will, etwa eine Kuh, eine Brücke und einen Traktor. Wer zuerst alle drei entdeckt, gewinnt.
  • Stadt, Land, Fluss ohne Zettel: für Schulkinder. Ihr wählt einen Buchstaben, und reihum nennt jeder eine Stadt, ein Tier und einen Namen dazu.

Wartezimmer und Restaurant: leise Spiele am Tisch

Im Wartezimmer und im Restaurant sitzt ihr fest, und die anderen wollen ihre Ruhe. Gut eignen sich Spiele, die leise sind und auf einen Tisch passen.

  • Was fehlt? Legt Zuckertütchen, Löffel, Serviette und Bierdeckel auf den Tisch. Dein Kind schaut genau hin und schließt die Augen, du nimmst etwas weg. Was fehlt?
  • Gefühle raten: Bei Gefühle raten spielt einer ein Gefühl ohne Worte vor, und der andere rät. Dafür muss niemand aufstehen.
  • Auftragskette im Sitzen: Bei der Auftragskette hört dein Kind mehrere kleine Aufträge, sagt sie noch einmal und erledigt sie der Reihe nach. Im Wartezimmer passen Aufträge wie „Tipp dir auf die Nase, zeig auf etwas Blaues und falte die Hände“.
  • Wortschlange: Das neue Wort beginnt mit dem letzten Buchstaben des alten. Hund, Dose, Esel, Leiter.

Im Restaurant darf dein Kind ruhig selbst bestellen. Das füllt die Wartezeit und ist für viele Kinder aufregend genug. Weitere Merkspiele findest du bei den Gedächtnisspielen für Kinder.

Warteschlange: Minispiele für zwei Minuten

An der Kasse, am Check-in oder vor der Toilette auf dem Rastplatz lohnt kein großes Spiel. Diese Ideen gehen sofort los und hören genauso schnell wieder auf:

  • Simon sagt mit kleinen Bewegungen: Bei Simon sagt macht dein Kind nur mit, wenn der Satz mit „Simon sagt“ anfängt. In der Schlange reichen Nase anfassen, auf einem Bein stehen, Daumen hoch.
  • Daumen-Catchen: Finger verhaken, und die Daumen ringen miteinander. Fast jedes Kind muss dabei lachen.
  • Ich denke an ein Tier: Dein Kind darf drei Fragen stellen, dann muss es raten.
  • Reim-Pingpong: Du sagst „Hose“, dein Kind „Dose“, du „Rose“. Wer kein Reimwort mehr findet, sucht ein neues Startwort aus.
  • Suchauftrag: Wer findet in der Schlange etwas Rotes, etwas Rundes und etwas Weiches?

Zum Runterkommen: Form-Atmen und stille Runden

Nach einem langen Tag im Freizeitpark oder nach Streit auf der Rückbank kippt die Stimmung schnell. Dann ist nicht der Moment für das nächste Ratespiel.

Beim Form-Atmen fährt dein Kind mit dem Finger eine Form nach und atmet dabei im Takt. Unterwegs malt ihr die Form einfach auf die Handfläche oder an die beschlagene Scheibe: an einer Seite einatmen, an der nächsten ausatmen.

Eine andere stille Runde: Eine Minute lang sagt niemand etwas, alle schauen aus dem Fenster und suchen sich etwas aus, von dem sie danach erzählen. Wie ihr Atemübungen kindgerecht anleitet, steht im Artikel Atemübungen für Kinder. Weitere ruhige Spiele gibt es unter Ruhe und Gefühle.

Spiele für unterwegs mit Kindern: Tipps nach Alter

Die Altersangaben sind Richtwerte. Dein Kind zeigt dir schnell, was zu viel und was zu langweilig ist.

Zwei bis drei Jahre:

  • Tiergeräusche raten: Du machst „Muh“, dein Kind zeigt die Kuh im Bilderbuch oder draußen auf der Weide.
  • Lieder mit Bewegungen, die im Sitzen gehen, und Fingerspiele.
  • Zeigen und benennen: Wo ist ein Bus? Wo ist ein Hund?
  • Kurze Runden, viel Wiederholung und öfter eine Pause.

Vier bis sechs Jahre:

  • Ich sehe was, was du nicht siehst, mit Farben statt Buchstaben.
  • Klatsch-Echo, Simon sagt und Geräusche zählen.
  • Autos zählen nach Farben.
  • Ab etwa fünf Jahren: Ich packe meinen Koffer und die Auftragskette.

Sieben bis zehn Jahre:

  • Kennzeichen raten und Sätze aus den Buchstaben bauen.
  • Wer bin ich?, Wortschlange und Stadt, Land, Fluss ohne Zettel.
  • Geschichten-Kette mit einer Regel, zum Beispiel muss in jedem Satz ein Tier vorkommen.
  • Rollen tauschen: Dein Kind denkt sich das nächste Spiel aus und erklärt die Regeln.

Pausen, Snacks und Übelkeit auf langen Fahrten

Der ADAC rät, auf Autoreisen mit Kindern am besten alle zwei Stunden Pause zu machen, die Pausen schon vor der Abfahrt einzuplanen und sich dabei zu bewegen. Bei sehr langen Strecken lohnt eine Zwischenübernachtung (ADAC). Für Kinder unter fünf Jahren empfiehlt die WHO, sie nicht länger als eine Stunde am Stück festzuschnallen, etwa im Kinderwagen oder Hochstuhl (WHO 2019). Im Kindersitz auf der Autobahn ist das nicht immer machbar. Es ist aber ein gutes Argument, mit Kleinen öfter anzuhalten und sie dann wirklich rennen zu lassen.

Snacks: Gut sind Dinge, die nicht krümeln und nicht kleben, zum Beispiel Reiswaffeln, dazu Wasser. Kleinen Kindern gibst du unterwegs nur, was sie sicher kauen können. Im Auto kannst du nicht sofort anhalten, wenn sich jemand verschluckt.

Übelkeit: Laut Techniker Krankenkasse sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren oft betroffen. Sie rät, während der Fahrt nicht zu lesen und nicht ständig nach unten zu schauen, den Blick nach vorn in die Ferne zu richten, für frische Luft und regelmäßige Pausen zu sorgen und vorher nur leicht und fettarm zu essen (TK). Weil manche Kinder vor dem Erbrechen nicht rechtzeitig Bescheid sagen können, gehören Tüte, Feuchttücher und Wechselkleidung griffbereit ins Auto.

Die Spiele oben kommen ohne Blatt und Bildschirm aus. Gespielt wird mit Ohren und Stimme, und wer mag, schaut dabei aus dem Fenster.

Bildschirm unterwegs: Regeln ohne schlechtes Gewissen

Ehrlich gesagt: Auf einer Fahrt von acht Stunden schauen viele Kinder irgendwann einen Film, und das ist in Ordnung.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt als Richtwerte für Bildschirmmedien: unter drei Jahren am besten gar nicht, von drei bis sechs Jahren höchstens 30 Minuten am Tag, von sechs bis neun höchstens 30 bis 45 Minuten in der Freizeit. Auch für Hörmedien gibt es Richtwerte, für Drei- bis Sechsjährige höchstens 45 Minuten. Gleichzeitig rät das BIÖG, Ausnahmen einzuplanen (BIÖG, kindergesundheit-info.de).

  1. Vorher absprechen: ob, wann und wie lange es unterwegs Bildschirmzeit gibt. Dann muss nicht an jeder Ausfahrt neu verhandelt werden.
  2. Erst spielen, dann schauen: Der Film kommt zum Beispiel nach der zweiten Pause, nicht beim Losfahren.
  3. Auf Übelkeit achten: Der Blick aufs Tablet ist ein Blick nach unten. Wenn deinem Kind schnell schlecht wird, sind Hörgeschichten oder Musik die bessere Wahl.
  4. Das Ende ankündigen: ein paar Minuten vorher Bescheid sagen, damit die Folge zu Ende gehen kann.

Im Wartezimmer und im Restaurant fällt die Entscheidung oft spontan. Wer ein, zwei leise Spiele im Kopf hat, hat dort eine Alternative zum Handy.

Wann du mit der Kinderarztpraxis sprechen solltest

Übelkeit im Auto ist bei Kindern häufig. Sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, wenn deinem Kind auf fast jeder Fahrt schlecht wird, es oft erbricht oder wenn Schwindel und Kopfschmerzen auch ohne Fahrt auftreten. Vorbeugende Medikamente solltest du laut TK vorher mit der Kinderarztpraxis besprechen (TK).

Und wenn Warten und Stillsitzen deinem Kind überall sehr schwerfallen, nicht nur unterwegs, ist das ein Thema für ein ruhiges Gespräch in der Praxis. Erste Ideen für zu Hause stehen im Artikel Spiele für unruhige Kinder.

Passende Übungen

Häufige Fragen

Welche Spiele für unterwegs passen für Kinder mit 2 oder 3 Jahren?

Für Zwei- und Dreijährige sind kurze, sehr einfache Spiele richtig: Tiergeräusche raten, Dinge draußen zeigen und benennen, Lieder und Fingerspiele. Regeln mit mehreren Schritten sind in diesem Alter noch zu viel. Plant mehr Pausen ein, in denen dein Kind sich richtig bewegen darf, und nehmt ein vertrautes Kuscheltier mit.

Was kann man bei einer langen Autofahrt mit Kindern spielen?

Alles, was nur Stimme und Augen braucht: Ich sehe was, was du nicht siehst, Kennzeichen raten, Ich packe meinen Koffer, Autos nach Farben zählen oder eine Geschichten-Kette. Wechselt zwischen Ratespielen, Liedern und ruhigen Phasen ab, damit niemand ein Spiel über hat.

Wie oft sollte man mit Kindern auf langen Autofahrten Pause machen?

Der ADAC empfiehlt, am besten alle zwei Stunden anzuhalten und die Pausen schon vor der Abfahrt einzuplanen (ADAC). Mit kleinen Kindern darf es öfter sein. Nutzt die Pause zum Bewegen: rennen, hüpfen, ein Spielplatz am Rastplatz. Für sehr lange Strecken lohnt sich eine Übernachtung unterwegs.

Was tun gegen Übelkeit beim Autofahren mit Kindern?

Nicht lesen und nicht ständig nach unten schauen, sondern nach vorn in die Ferne, für frische Luft sorgen, vorher nur leicht essen und regelmäßig anhalten, so beschreibt es die Techniker Krankenkasse (TK). Ratespiele wie Ich sehe was oder Geräusche zählen kommen ohne Blatt und Bildschirm aus. Medikamente nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.

Zum Weiterlesen

Quellen

  1. ADAC Hessen-Thüringen: Entspannte Autoreise mit Kindern, adac.de
  2. WHO (2019): Leitlinie zu Bewegung, Sitzen und Schlaf bei Kindern unter fünf Jahren
  3. Techniker Krankenkasse: Reisekrankheit, tk.de
  4. BIÖG: Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen?, kindergesundheit-info.de

Dieser Artikel ist eine Hilfe für den Familienalltag. Er ersetzt keine Diagnose und keine ärztliche, psychotherapeutische oder ergotherapeutische Beratung. Mehr dazu