Tagesplan für Kinder: morgens, nachmittags, abends

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Ein Tagesplan für Kinder zeigt in Bildern, was morgens, nachmittags und abends ansteht, ohne feste Uhrzeiten. Er macht den Tag vorhersehbar und lässt trotzdem Raum für freies Spiel.

Tageszeiten statt Uhrzeiten

Viele Vorlagen für Tagespläne sehen aus wie ein Stundenplan: 7:00 aufstehen, 7:15 anziehen, 15:30 Hausaufgaben. Für Erwachsene ist das übersichtlich. Für jüngere Kinder ist eine Uhrzeit kaum greifbar, und ein Plan, der schon um 7:20 nicht mehr stimmt, sorgt eher für Stress.

Einfacher ist eine Einteilung in drei Tageszeiten: morgens, nachmittags, abends. Jede Tageszeit hat ihr eigenes Bild, eine aufgehende Sonne, eine Sonne und einen Mond. Darunter stehen die Dinge, die in diesem Teil des Tages passieren, in der richtigen Reihenfolge.

Der Vorteil: Dein Kind schaut nur auf die Spalte, die gerade dran ist. Was am Abend kommt, ist am Morgen noch nicht wichtig. Wie bei der Morgenroutine gilt auch hier, dass Kinder sich nur wenige Dinge auf einmal merken können, weil diese Fähigkeit lange heranreift (Diamond 2013).

Was in den Plan gehört und was nicht

Ein Tagesplan ist keine Liste aller Aufgaben. Er zeigt die festen Punkte, an denen sich der Tag ausrichtet. Weniger ist hier mehr.

  • Morgens: aufstehen, anziehen, frühstücken, Zähne putzen, Tasche.
  • Nachmittags: ankommen und essen, eine feste Zeit für Hausaufgaben, freie Zeit, draußen sein.
  • Abends: Abendessen, Tasche für morgen packen, waschen und Zähne putzen, Vorlesen.

Nicht in den Plan gehören Dinge, die sich täglich ändern, und jedes einzelne Spiel. Freie Zeit darf einfach freie Zeit heißen. Ein Plan, in dem jede Minute verplant ist, lässt keinen Platz für das, was Kinder sich selbst ausdenken.

Feste Abläufe geben Halt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt klare Regeln und Strukturen als einen Grundpfeiler einer kindgerechten Erziehung, weil Kinder damit vorhersehen können, was passiert (BIÖG, Kinder gut erziehen).

So baut ihr den Plan zusammen

  1. Druckt die Vorlage mit den drei Tageszeiten aus. Sie liegt weiter unten, zusammen mit den Bildkarten.
  2. Sucht gemeinsam aus, welche Karten in welche Spalte gehören. Für Dinge ohne Karte malt dein Kind ein eigenes Bild auf die leere Karte oder direkt ins Feld.
  3. Klebt die Karten in die Felder oder befestigt sie mit Klebeband, damit ihr sie später umstellen könnt.
  4. Hängt den Plan auf Augenhöhe deines Kindes auf, an einer Stelle, an der ihr mehrmals am Tag vorbeikommt.
  5. Hakt erledigte Felder im Kreis rechts unten ab. Wer den Plan in eine Klarsichthülle steckt, kann jeden Tag neu abhaken.

Wichtig ist, dass dein Kind mitbaut. Ein Plan, den es selbst geklebt hat, ist sein Plan und nicht deiner.

Die ersten Wochen mit dem Plan

Ein neuer Plan läuft nicht von selbst. In den ersten Tagen bist du die Person, die daran erinnert. Das ist normal und kein Zeichen, dass der Plan nicht funktioniert.

  • Schaut morgens kurz gemeinsam auf die Spalte, die gerade dran ist. Zehn Sekunden reichen.
  • Zeig auf die nächste Karte, statt den Schritt auszusprechen. So lernt dein Kind, selbst nachzusehen.
  • Lass dein Kind die Kreise selbst abhaken. Das Abhaken gehört ihm.
  • Sprich am Wochenende darüber, was gut lief und was nicht. Vielleicht gehört eine Karte in eine andere Spalte.

Nach ein paar Wochen schaut dein Kind oft von allein auf den Plan. Dann kannst du dich zurücknehmen. Manche Kinder brauchen den Plan nach einiger Zeit kaum noch, andere hängen sehr an ihm. Beides ist in Ordnung.

Wenn dein Kind den Plan ablehnt, frag nach dem Grund. Manchmal sind es zu viele Karten, manchmal gefällt ihm ein Bild nicht. Ein Plan mit drei Karten, die es mag, ist besser als einer mit zwölf, die es übersieht.

Kurze Spiele vor den Hausaufgaben

Der Nachmittag hat oft eine schwierige Stelle: der Wechsel vom Spielen an den Tisch. Ein festes, kurzes Spiel im Plan macht diesen Wechsel zu einem Ritual, auf das sich dein Kind verlassen kann.

Zwei Spiele passen gut an diese Stelle: der Überkreuz-Marsch im Flur und die Wellen-Spur, bei der dein Kind Wellen mit dem Finger nachfährt. Beide dauern nur wenige Minuten.

Mehr über die Zeit vor den Hausaufgaben, über Pausen und den richtigen Platz steht im Artikel Kind kann sich nicht konzentrieren. Dort findest du auch, wann es sinnvoll ist, mit der Kinderarztpraxis zu sprechen.

Der Abend als ruhiger Abschluss

Der Abend ist die Spalte, die am meisten von festen Schritten profitiert, weil alle müde sind und Diskussionen dann am schwersten fallen. Je gleicher der Ablauf, desto weniger muss verhandelt werden.

Ein ruhiges Spiel kann das Ende des Tages markieren. Beim Form-Atmen fährt dein Kind eine Form langsam mit dem Finger nach. Bei den Statuen-Posen haltet ihr zusammen eine Pose, fünf ruhige Atemzüge lang. Danach kommt das Vorlesen.

Plane den Abend vom Morgen her. Wie viel Schlaf ein Kind braucht, ist sehr verschieden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt für Schulkinder etwa elf Stunden als Durchschnitt, mit großen Unterschieden zwischen einzelnen Kindern (BIÖG, Schlafbedarf).

Bildschirme gehören eher nicht in die letzte Spalte. Wie viel Bildschirmzeit für welches Alter empfohlen wird, steht übersichtlich auf kindergesundheit-info.de.

Ferien: zwei, drei Anker behalten

In den Ferien fällt der Schultag weg und mit ihm die meisten festen Punkte. Viele Familien lassen den Plan dann ganz fallen und wundern sich am ersten Schultag, wie schwer der Morgen wieder ist.

Besser ist ein kleiner Ferienplan mit zwei oder drei Ankern, die bleiben. Zum Beispiel: ein gemeinsames Frühstück, eine feste Zeit draußen, das Abendritual mit Vorlesen. Alles dazwischen ist frei.

  • Behalte die Abendspalte so weit wie möglich. Sie ist der Anker, der den Übergang zurück in den Schulalltag am leichtesten macht.
  • Wenn ihr mit Punkten arbeitet, pausiert sie bewusst und sagt das deinem Kind. Gesammelte Punkte verfallen nicht.
  • Stellt in der letzten Ferienwoche die Morgenspalte langsam wieder auf Schulzeit um, ein paar Minuten pro Tag.

Ein Ferienplan darf bunter sein als der Schulplan. Lasst dein Kind für jeden Ferientag eine Sache aussuchen, auf die es sich freut, und malt sie in die Nachmittagsspalte. So hat auch ein Tag ohne Programm einen Punkt, an dem er sich festhalten kann.

Wochenplan oder Tagesplan?

Ein Wochenplan zeigt, was an welchem Tag anders ist: Turnen am Dienstag, Oma am Freitag, Schwimmen am Samstag. Er beantwortet die Frage „Was ist heute los?“. Ein Tagesplan beantwortet die Frage „Was kommt jetzt?“.

Für jüngere Kinder ist der Tagesplan meist wichtiger, weil er im Moment hilft. Schulkinder profitieren oft von beidem: dem Tagesplan an der Kinderzimmertür und einem einfachen Wochenplan am Kühlschrank, auf dem die besonderen Termine stehen.

Familien unterscheiden dabei zwischen Routinen, die einfach erledigt werden, und Ritualen, die etwas bedeuten, wie das Vorlesen am Abend oder der Pfannkuchen am Sonntag (Fiese et al. 2002). Ein guter Plan hat Platz für beides.

Wer den Tagesplan lieber digital führen möchte, findet in der Teselora App dieselbe Idee: Karten für morgens, nachmittags und abends, von denen dein Kind nur die sieht, die gerade dran sind.

Zum Ausdrucken

  • Drei Spalten mit aufgehender Sonne, Sonne und Mond, je vier Felder für Karten oder eigene Bilder, mit Kreis zum Abhaken.Tagesplan in drei TageszeitenDrei Spalten mit aufgehender Sonne, Sonne und Mond, je vier Felder für Karten oder eigene Bilder, mit Kreis zum Abhaken.
  • Acht Bildkarten zum Ausschneiden: aufstehen, waschen, anziehen, frühstücken, Zähne putzen, Trinkflasche, Schultasche, Schuhe, dazu eine leere Karte.Bildkarten für den TagAcht Bildkarten zum Ausschneiden: aufstehen, waschen, anziehen, frühstücken, Zähne putzen, Trinkflasche, Schultasche, Schuhe, dazu eine leere Karte.

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Passende Übungen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist ein Tagesplan sinnvoll?

Bildkarten verstehen schon Kinder im Kindergartenalter. Für sie reichen zwei, drei Karten pro Tageszeit. Grundschulkinder können den Plan selbst mitgestalten und ihn nach und nach um eigene Schritte ergänzen.

Was mache ich, wenn der Plan an einem Tag nicht passt?

Sag es deinem Kind vorher, wenn du es weißt: „Heute fällt der Spielplatz aus, wir gehen stattdessen zum Arzt.“ Dreht die Karte um oder legt eine andere darüber. So bleibt der Plan verlässlich, auch wenn sich etwas ändert.

Brauchen Geschwister einen gemeinsamen Plan?

Ein gemeinsamer Plan für die festen Familienpunkte wie Essen und Abendritual reicht oft. Wenn die Kinder verschieden alt sind, bekommt jedes eine eigene Morgen- oder Abendspalte mit seinen Schritten.

Zum Weiterlesen

Quellen

  1. Diamond (2013): Executive Functions, Annual Review of Psychology
  2. BIÖG: Kinder gut erziehen, kindergesundheit-info.de
  3. BIÖG: Schlafbedarf von Kindern, kindergesundheit-info.de
  4. BIÖG: Empfehlungen zur Bildschirmzeit, kindergesundheit-info.de
  5. Fiese et al. (2002): A review of 50 years of research on naturally occurring family routines and rituals, Journal of Family Psychology

Dieser Artikel ist eine Hilfe für den Familienalltag. Er ersetzt keine Diagnose und keine ärztliche, psychotherapeutische oder ergotherapeutische Beratung. Mehr dazu

Zusammengestellt von Sandor Farkas · Quellen und Herkunft